05.05.2021

Vorsichtiger Optimismus bei den rheinischen Rübenbauern

Die rheinischen Zuckerrüben haben die zurückliegenden kalten Nächte meist ohne Frostschäden überstanden. "Im Unterschied zu vielen Berufskollegen im Südwesten Deutschlands und vor allem in Frankreich haben wir etwas Glück gehabt", berichtete am Dienstag vergangener Woche (27.4.) der Vorsitzende des Rheinischen Rübenbauer-Verbandes (RRV), Bernhard Conzen. Zum einen seien die Fröste im Rheinland nicht so stark wie andernorts gewesen; zum anderen seien viele Rübenbestände noch nicht aufgelaufen. So bestünden mit der Restfeuchte im Boden gute Chancen auf einen vernünftigen Wachstumsstart der Rüben.
Nach einer deutlichen Verkleinerung der Anbaufläche im vergangenen Jahr zeichnet sich 2021 laut Conzen wieder eine gewisse Erholung ab. Bessere Rübenpreise und die Möglichkeit zur Bekämpfung der Virösen Rübenvergilbung über die Notfallzulassung der neonikotinoiden Rübenbeize spielten hierfür eine wesentliche Rolle. Mit Blick auf die Rübenbezahlung sieht der RRV-Vorsitzende aber noch Luft nach oben: "Die Richtung stimmt, aber um den Rübenanbau auskömmlich zu gestalten und die Anbaufläche nachhaltig abzusichern, ist eine weitere Preiserholung notwendig."

Von großer Bedeutung sei die Notfallzulassung für die neonikotinoide Rübenbeize Cruiser 600 FS, denn rund 90 % der rheinischen Rübenfelder hätten im vergangenen Herbst Schäden durch die Viröse Rübenvergilbung aufgewiesen, zum Teil mit hohen Befallsgraden. "Solange wir keine leistungsstarken virusresistenten Sorten haben, brauchen wir diese Beize", betonte Conzen. Das vergangene Jahr habe gezeigt, dass man allein mit Flächenapplikationen von Insektiziden nach dem Schadschwellenkonzept keine ausreichenden Bekämpfungserfolge erzielen könne und den Rübenanbau bei drohenden Ertragsverlusten von 30 % bis 40 % existentiell gefährde. Die Anwendungssicherheit der Beize werde durch strenge Anwendungsauflagen zusätzlich erhöht. Infolge derer verzichteten die rheinischen Rübenanbauer auf knapp 40 % der Anbaufläche auf die Cruiser-Beize.

Ein wirtschaftlich belastendes Ärgernis sind für die rheinischen Rübenanbauer laut Conzen weiterhin die erheblichen innereuropäischen Wettbewerbsverzerrungen infolge von gekoppelten Rübenbeihilfen in elf anderen EU-Mitgliedstaaten. Hier fordert der RRV die Prüfung alternativer Fördermöglichkeiten für den Zuckerrübenanbau, wenn in Deutschland gekoppelte Rübenbeihilfen nicht mehrheitsfähig sein sollten. AgE

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