22.04.2021

RW Kassel darf 19 Standorte von RWZ Köln übernehmen

Das Bundeskartellamt hat gestern den Erwerb von 19 Landhandelsstandorten der Kölner Raiffeisen Waren-Zentrale Rhein-Main (RWZ) in Hessen, Thüringen und Sachsen durch die Raiffeisen Waren GmbH (RW) in Kassel freigegeben. Wie die Behörde in Bonn mitteilte, wurde auch die Gründung des Gemeinschaftsunternehmens Raiffeisen AgriTrading Rhein-Main GmbH & Co. KG genehmigt, das Getreide und Ölsaaten auf Großhandelsebene vermarkten soll.
Dem Bundeskartellamt zufolge hatten die beiden Unternehmen ihre ursprünglichen Pläne wegen wettbewerblicher Bedenken angepasst. Unter anderem habe deshalb die RWZ ihre Beteiligung an der Raiffeisen Vogelsberg GmbH veräußert. Deshalb gebe es nun im Raum Mittelhessen einen weiteren Wettbewerber. Aufgrund der günstigen Lage der Standorte und der weiten Lieferradien der RWZ Vogelsberg wirke sich dies weitläufig wettbewerblich positiv aus. Darüber hinaus sei der Hafenstandort Hanau zwischen RWZ und RW aufgeteilt worden. Die beiden Teile würden nun unabhängig voneinander betrieben. Damit sei die bisherige Alleinstellung der RW am Wasserumschlag beseitigt, so dass die Landwirte künftig zwischen zwei verschiedenen Erfassern am Hafen wählen könnten.

Die beiden Unternehmen wollen ihre Allianz nach eigenen Angaben im Juni starten. Die Kooperationsverträge seien bereits unterzeichnet worden. Mit der noch ausstehenden Zustimmung der Aufsichtsräte sei in Kürze zu rechnen, hieß es aus Köln und Kassel. Die RWZ habe ihre Anteile an der Raiffeisen Vogelsberg bereits mehrheitlich an die Raiffeisen Warengenossenschaft Schlitz eG verkauft. Die RW Kassel werde bald den wesentlichen Teil ihres Bedarfs an Saatgut, Dünger und Pflanzenschutzmitteln über die RWZ beziehen. Im direkten Geschäft mit der landwirtschaftlichen Kundschaft blieben beide Unternehmen aber Wettbewerber. Das betreffe auch die Erfassung von Agrarrohstoffen in der Landwirtschaft. AgE

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