EU und UK einigen sich offenbar
Die Europäische Union und das Vereinigte Königreich haben sich Medienberichten zufolge auf Handelserleichterungen für Agrarprodukte und Lebensmittel geeinigt. Die BBC berichtete am Dienstag (3.11.), der rund 200 Seiten starke Entwurf eines Abkommens über gesundheitspolizeiliche und pflanzenschutzrechtliche Maßnahmen (SPS) solle am Mittwoch (4.11.) auf EU-Ebene beraten werden. Unterzeichnet werden solle er dann gemeinsam mit weiteren Verträgen beim EU-UK-Gipfel Ende November in Brüssel. Bürokratie soll abgebaut werden Laut dem Entwurf sollen britische Erzeuger unter anderem wieder frische Würste, Burger, Muscheln aus heimischen Gewässern und Pflanzkartoffeln in die EU exportieren dürfen. Handelshemmnisse wie Veterinärbescheinigungen, Pflanzengesundheitszeugnisse, Inspektionsgebühren und andere Kontrollen sollen demnach abgebaut werden. Im Gegenzug soll das Vereinigte Königreich die EU-Vorschriften für Lebensmittelsicherheit, Tier- und Pflanzengesundheit übernehmen, einschließlich aller künftigen Änderungen. Darauf hatten sich beide Seiten bereits im Mai 2025 grundsätzlich verständigt. Diese "dynamische Angleichung" ist in Großbritannien umstritten. Brexit-Befürworter lehnen es kategorisch ab, das Land regulatorisch an die EU zu binden. Für Deutschland wichtiger Handelspartner Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer hatte sich zuletzt für einen raschen Abschluss ausgesprochen. "Das Interesse an einer stärkeren Zusammenarbeit ist auf beiden Seiten groß", sagte er vergangene Woche anlässlich einer Reise nach London. Nach Angaben des Bundeslandwirtschaftsministeriums ist das Vereinigte Königreich für die deutsche Agrar- und Ernährungswirtschaft der wichtigste Absatzmarkt außerhalb der EU. Im Jahr 2025 gingen Waren im Wert von rund 5,2 Mrd. Euro dorthin. Das entspricht etwa 5,1% der deutschen Agrarexporte. Gefragt sind vor allem Süßwaren und Schokolade, Getreide- und Mühlenerzeugnisse, Fleischwaren und Molkereiprodukte. Umgekehrt führte Deutschland 2025 aus dem Vereinigten Königreich Agrargüter und Lebensmittel für 1,4 Mrd. Euro ein. AgE

