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30.10.2026

Ernüchterung macht sich breit

Zwölf Monate nach der Veröffentlichung der EU-Junglandwirtestrategie ist vom "vorsichtigen Optimismus" beim Bund der Deutschen Landjugend (BDL) nicht mehr viel übrig. "Uns fehlt langsam der Glaube daran, dass der Wille zur Umsetzung besteht", erklärte der Vorsitzende des Verbandes, Lars Ruschmeyer, am Dienstag (27.10.). Ein Jahr nach den "vollmundigen Ankündigungen" fehlten weiterhin konkrete Entscheidungen, die die Startbedingungen für Junglandwirte tatsächlich verbesserten. Der BDL warnt die Politik vor einem Glaubwürdigkeitsverlust. Ohne verbindliche finanzielle Unterfütterung werde die Strategie wirkungslos bleiben. Ein Signal erwartet der Verband daher aus den laufenden Verhandlungen zur Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) und des Mehrjährigen Finanzrahmens (MFR). Ruschmeyer sagte, die Mitgliedstaaten müssten den politischen Willen beweisen, Geld in die Hand zu nehmen. Die Landwirtschaft in Europa habe nur dann eine Zukunft, wenn sie für den Berufsnachwuchs auf Dauer attraktiv sei. Nach den Vorstellungen der Landjugend sollten mindestens 6% des GAP-Budgets in den Generationenwechsel fließen. Die Förderung für Junglandwirte soll verschiedene Maßnahmen verbinden und so den Zugang zu Kapital und Flächen erleichtern, Hofübernahmen und Betriebsgründungen unterstützen und die ländlichen Räume stärken. "Nur mit einem solchen Gesamtpaket lassen sich die Hürden abbauen, an denen junge Menschen beim Einstieg in die Landwirtschaft scheitern", erklärte der BDL. "Klarer Auftrag" für die Bundesregierung Aus Sicht des Verbandes folgt daraus für Deutschland der "klare Auftrag", die nationale Strategie zum Generationenwechsel mit konkreten Maßnahmen für die unterschiedlichen Herausforderungen zu unterlegen. Laut Ruschmeyer setzt das neben einem starken und eigenständigen Agrarbudget auch Fortschritte in der Bodenpolitik und der ländlichen Entwicklung voraus. "Wer möchte, dass junge Menschen Betriebe übernehmen und gründen, darf nicht zaudern, wenn es um Zukunftsentscheidungen geht", so der BDL-Vorsitzende. Die Bundesregierung müsse sich für eine ausreichende Finanzierung einsetzen, um die Entwicklung der ländlichen Räume abzusichern. Die EU-Kommission hatte die Junglandwirtestrategie im Oktober 2025 vorgestellt. Ziel ist es, den Anteil der Landwirte unter 40 Jahren bis 2040 zu verdoppeln; derzeit liegt er bei etwa 12%. Zu diesem Zweck wird den Mitgliedstaaten empfohlen, mindestens 6% der GAP-Mittel mit für die Generationenerneuerung einzusetzen. AgE