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20.10.2026

UFOP für sachorientierte Debatte

Zu mehr Pragmatismus in der Debatte um die Nutzung von Biokraftstoffen ruft die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP) auf. Die Biokraftstoffe seien bereits heute ein wichtiger Bestandteil der Klimaschutzstrategie im Verkehr, und ihr Beitrag könnte größer sein als aktuell, schreibt die Förderunion in ihrem neuen Sachstandsbericht. Die regulatorischen Instrumente seien vorhanden, die technischen Optionen ebenfalls. Vor allem im Dieselbereich sieht die Förderunion Möglichkeiten, den Anteil der Erneuerbaren weiter zu erhöhen. Zugleich könne die heimische Produktion dazu beitragen, bestehende Importabhängigkeiten zu verringern. Wer es mit dem Klimaschutz im Verkehr ernst meine, sollte es vermeiden, Biokraftstoffe zu überschätzen und sie als alleinige Lösung darzustellen, warnt die UFOP. Ein zweiter Fehler wäre es jedoch, sie zu unterschätzen und ihr Potenzial aus ideologischen oder kommunikativen Gründen kleinzureden. Beides würde der Realität nicht gerecht. Nötig ist aus Sicht der UFOP daher eine Kraftstoffpolitik, die differenziert, technologieoffen und sachgerecht zwischen den Einsatzprofilen unterscheidet. Benzin und Diesel seien nicht dasselbe, Schwerlastverkehr und Stadtverkehr auch nicht. Und ein Fahrzeugbestand von vielen Millionen Verbrennern verschwinde nicht dadurch, dass man ihn politisch ignoriere. Gerade deshalb könnten nachhaltig zertifizierte Biokraftstoffe ein unverzichtbarer Teil der Lösung sein, und zwar schon heute. Potenzial nicht ausgeschöpft Wie groß die Bedeutung von Biokraftstoffen in Deutschland tatsächlich ist, zeigt laut UFOP der Blick auf die Klimabilanz. Ohne Biokraftstoffe wäre die Emissionszunahme des Verkehrs im Jahr 2025 um mehr als 11 Mio. Tonnen CO2-Äquivalente höher ausgefallen. Hinzu komme, dass das verfügbare Potenzial nachhaltiger Biokraftstoffe hierzulande keineswegs ausgeschöpft werde. Vielmehr seien in den Jahren 2024 und 2025 rund 1,6 beziehungsweise 1,1 Mio. Tonnen Biodiesel exportiert worden. Gleichzeitig produziere die deutsche Biodieselindustrie pro Jahr rund 3,6 Mio. Tonnen, betont die Förderunion. Das entspreche knapp 12% des Dieselverbrauchs in Deutschland. Diese Zahlen sind der UFOP zufolge aber nicht nur klimapolitisch interessant. Sie zeigten zugleich den Beitrag der Biokraftstoffe zur Versorgungssicherheit, einem Aspekt, der in der öffentlichen Diskussion oft zu wenig Beachtung finde. AgE