Rainer drückt aufs Tempo
Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer drängt auf Verbesserungen bei der europäischen Pflanzenschutzmittelzulassung. "Wir sind uns einig, dass wir die Genehmigungsverfahren in Europa vereinfachen und effizienter aufstellen müssen", erklärte der CSU-Politiker am Dienstag (15.9.) nach einem Gespräch mit dem Geschäftsführenden Direktor der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) in Parma, Dr. Nikolaus Kriz. Rainer ist eigenen Angaben zufolge der erste deutsche Landwirtschaftsminister, der die EFSA seit deren Gründung im Jahr 2002 besucht hat. Ziel sei, so Rainer, "dass neue Lösungen früher bei den Betrieben ankommen". Deutschland bringe dafür seine fachliche Expertise ein, und zwar bei effizienteren Verfahren ebenso wie bei neuen Ansätzen, etwa dem Einsatz von Drohnen für möglichst präzisen Pflanzenschutz. Der Minister kündigte an, dass man diese Zusammenarbeit in Zukunft intensivieren wolle. Perspektivisch müsse es auch darum gehen, die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln in Europa stärker zu harmonisieren. Dringender Handlungsbedarf Im Berufsstand stößt die Initiative Rainers auf Zustimmung. "Beim Pflanzenschutz duldet die Lage keinen weiteren Aufschub", betonte der Präsident des Rheinischen Landwirtschaftsverbandes (RLV), Erich Gussen, bereits im Vorfeld der Ministerreise. Neue Schaderreger und invasive Pflanzenarten wie das Erdmandelgras breiteten sich aus, während den Betrieben geeignete Wirkstoffe und zugelassene Anwendungen häufig fehlten. Besonders deutlich werde der Handlungsdruck bei der Schilf-Glasflügelzikade, erläuterte Gussen. Das Insekt übertrage die Erreger von SBR und Stolbur und gefährde unter anderem den Anbau von Zuckerrüben, Kartoffeln und Gemüse. Solche Schaderreger ließen sich ebenso wie invasive Unkräuter nur mit konsequenten, aufeinander abgestimmten Strategien wirksam eindämmen. Der Austausch von Minister Rainer mit dem EFSA-Direktor muss dem RLV-Präsidenten zufolge in einen konkreten Fahrplan für zügige, verlässliche und EU-weit harmonisierte Verfahren münden. AgE

