Schwerpunkt auf Weidetiere legen
Verbände aus Landwirtschaft, Naturschutz und Landschaftspflege machen sich dafür stark, die Weidetierhaltung in der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) nach 2027 stärker zu fördern. Das sollte sich auch in der finanziellen Ausgestaltung widerspiegeln, wie einer gemeinsamen Stellungnahme unter Federführung des Deutschen Verbands für Landschaftspflege (DVL) zu entnehmen ist. Beteiligt sind unter anderem die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), der Naturschutzbund Deutschland (NABU), die Deutsche Umwelthilfe (DUH) und der Verein Naturnahe Weidelandschaften.
Finanzierungsvorschläge nicht ausreichend
Auch die EU-Kommission habe in einem im April veröffentlichten Leitfaden ausdrücklich empfohlen, nachhaltigem Grünlandmanagement und Weidesystemen hohe Priorität einzuräumen. Darin sehen die Unterzeichner ein klares Signal an die Mitgliedstaaten.
Sorge bereiten ihnen allerdings die Brüsseler Finanzierungsvorschläge für die GAP nach 2027. Sinkende EU-Mittel, der Wegfall festgelegter Budgets für Umweltleistungen sowie höhere nationale Kofinanzierungsraten könnten die wirtschaftliche Lage der Betriebe weiter verschärfen, warnen sie. Ohne verlässliche Mittel von EU, Bund und Ländern drohten weitere Betriebsaufgaben.
Gekoppelte Zahlungen erhöhen
Für die künftigen Agrarumwelt- und Klimaaktionen (AUKA) verlangen die Organisationen daher feste Budgets, eine ausreichende EU-Kofinanzierung und einkommenswirksame Prämien.
Als wichtiges Instrument nennen die Verbände zudem die gekoppelte Einkommensstützung für Weidetiere. Sie müsse ausgeweitet und deutlich erhöht werden, um Kosten besser abzudecken und Anreize für höhere Tierbestände zu setzen. Daneben soll die Ausgleichszulage für benachteiligte Gebiete verpflichtend fortgeführt und erweitert werden.
Auch Natura-2000-Prämien sollten stärker genutzt und auf weitere Schutzgebiete ausgeweitet werden. Zudem seien ausreichende Mittel für Investitionen in Natur- und Klimaschutz sowie in die Weidehaltung erforderlich.
Förderfähigkeit extensiver Flächen sichern
Nachbesserungsbedarf sehen die Unterzeichner auch bei den Förderbedingungen. Begriffe wie "landwirtschaftliche Tätigkeit", "aktiver Landwirt" und "förderfähige Fläche" müssten so gefasst werden, dass auch besonders extensive Bewirtschaftungsformen einbezogen bleiben.
Landschaftselemente wie Hecken oder Gehölze sollten deshalb als Bestandteil förderfähiger Flächen anerkannt werden. Zugleich müsse der Kontroll- und Dokumentationsaufwand sinken. Förderregelungen sollten stärker harmonisiert und Verfahren vereinfacht werden, ohne dabei Angebote für die Betriebe zu streichen.
Mehr als nur Lebensmittel
Nach Auffassung der Organisationen leistet die Weidetierhaltung "weit mehr" als die Erzeugung von Lebensmitteln. Sie fördere die Artenvielfalt, stärke die Kohlenstoffspeicherung im Boden und verbessere den Wasserrückhalt in der Landschaft. Zudem trage sie zum Erhalt extensiven Grünlands und touristisch attraktiver Kulturlandschaften bei.
Diese gesellschaftlichen Leistungen stünden jedoch in starkem Gegensatz zu den wirtschaftlichen Perspektiven vieler Betriebe. Der seit Jahrzehnten anhaltende Rückgang der Weidetierbestände müsse deshalb gestoppt werden, mahnen die Verbände. AgE

