Düngemittelhilfe verfehlt ihr Ziel
Die angekündigte Auszahlung der EU-Düngemittelhilfe als Hektarprämie hat keine Lenkungswirkung für frühzeitige Düngerkäufe. Davon ist der Industrieverband Agrar (IVA) überzeugt. "Damit wird das ursprüngliche Ziel des europäischen Fertiliser Action Plan verfehlt, Landwirte beim Kauf von Düngemitteln zu unterstützen", erklärte IVA-Hauptgeschäftsführer Frank Gemmer am Donnerstag (3.9.) als Reaktion auf die angekündigten Krisenmaßnahmen von Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer. Damit Betriebe ihren Bedarf an Düngemitteln für das nächste Frühjahr frühzeitig absichern können, wäre daher aus Sicht des IVA eine direkte Finanzhilfe für den Kauf sinnvoll.
Für die AbL keine ausreichende Antwort
Auch die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) und der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) sehen in den vorgestellten Maßnahmen des Berliner Ressortchefs keine ausreichende Antwort auf die Krise. Nach Ansicht der AbL reagiert das Ministerium mit "ziellosen" Liquiditätshilfen und aufgestockter Flächenprämie, ohne die strukturellen Ursachen anzugehen. "Klimaschutz bleibt der wichtigste Pfad hin zum Schutz unserer Ernte", betonte der agrarpolitische Sprecher der AbL, Ottmar Ilchmann.
Lieber kostendeckendes Preisniveau statt "Heftpflasterpolitik"
Der BDM bezeichnete die Schaffung neuer Hilfsprogramme als "Heftpflasterpolitik". Der Verband fordert stattdessen erneut eine Reform der Gemeinsamen Marktordnung (GMO) und ein kostendeckendes Preisniveau, um die Verhandlungsposition der Erzeuger zu stärken. AgE

