Innovationen statt Subventionen
Ein Umdenken in der Agrarpolitik fordert der Präsident der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG), Hubertus Paetow. "Für uns ist klar, die Zeiten sind vorbei, in denen Problemen in der Landwirtschaft dauerhaft mit Staatsgeld begegnet werden kann", sagt Paetow im Interview. Die DLG setze auf "Innovationen statt Subventionen" oder auch "Selbsthilfe statt Beihilfe".
Für den langjährigen DLG-Präsidenten ist das keine Absage an staatliche Verantwortung. "In akuten Notlagen kann und muss der Staat helfen", betont Paetow. Langfristig griffen Soforthilfen und Direktzahlungen jedoch zu kurz. Politik müsse Rahmenbedingungen schaffen, die Innovationen in der Landwirtschaft ermöglichten. Sie müsse für eine Regulierung sorgen, "die den Betrieben klare Vorgaben gibt und trotzdem hinreichend Spielraum für unternehmerische Entscheidungen lässt".
Laut Paetow sollten langfristige strukturelle Entwicklungen sowohl des Sektors als auch der Produktionssysteme den Betrieben überlassen bleiben. Für den DLG-Präsidenten steht außer Frage, dass der Strukturwandel in der Landwirtschaft weitergehen muss: "Wir haben in der Landwirtschaft nach wie vor einen erheblichen Fortschritt in der Arbeitsproduktivität." Die Betriebe seien daher gezwungen, schneller zu wachsen, um den Faktor Arbeit auszulasten. Vornehmlich in Westdeutschland werde es für viele Betriebe schwierig werden, Schritt zu halten. AgE

