Kaufpreise leicht rückläufig
Der langfristige Trend steigender Kaufpreise bei Agrarland hat sich im vergangenen Jahr in Deutschland nicht weiter fortgesetzt. Das zeigen nach Angaben des Bundesverbandes gemeinnütziger Landgesellschaften (BLG) die jetzt vom Statistischen Bundesamt (Destatis) vorgelegten Zahlen. Demnach wurden im Bundesdurchschnitt rund 35.000 Euro je Hektar gezahlt, womit der 2024 verzeichnete Wert leicht um 300 Euro beziehungsweise 0,9% unterschritten wurde. Ausschlaggebend dafür waren laut der BLG-Vorsitzenden Daniela Degen-Lesske rückläufige Kaufpreise bei Ackerland, vor allem bei Flächenkäufen im Segment ab 5 Hektar. 2025 wurden für einen Hektar Ackerland im bundesweiten Schnitt 42.134 Euro gezahlt. Im Vergleich zu den 42.800 Euro, die im Vorjahr erzielt wurden, war das ein Minus von 1,6%. Anders sah die Entwicklung hingegen beim Grünland aus, das generell deutlich günstiger gehandelt wird. Hier legte der Durchschnittspreis im Vorjahresvergleich deutlich um 15% auf 28.587 Euro/ha zu. In vielen Bundesländern sind die Kaufpreise für Grünland gestiegen, vor allem bei größeren Flächen ab 5 Hektar. Dazu dürfte nach Einschätzung von Degen-Lesske die 2025 noch günstige Wirtschaftslage der Rinder- und Milchviehhalter beigetragen haben. Deutliche West-Ost-Unterschiede Regional klafften die durchschnittlichen Kaufwert sehr stark auseinander, mit deutlichen West-Ost-Unterschieden. Den bundesweiten Spitzenwert hielt 2025 Nordrhein-Westfalen mit 80.732 Euro/ha, gefolgt von Bayern mit 78.170 Euro/ha und - weit dahinter - Schleswig-Holstein mit 39.187 Euro/ha. Im Osten Deutschlands war Agrarland in Mecklenburg-Vorpommern am teuersten; dort wurden im Schnitt 24.176 Euro/ha bezahlt. Dicht dahinter folgte Sachsen-Anhalt mit 23.133 Euro/ha. Mehr Agrarland verkauft Deutlich gestiegen ist den Statistikern zufolge im vergangenen Jahr der Umfang der verkauften Fläche. Bundesweit wechselten insgesamt 73.584 Hektar den Eigentümer; das waren knapp 10.500 Hektar oder 16,6% mehr als 2024. Damit gingen laut BLG 4 Promille aller Flächen in neue Hände über. Allerdings wird dem Verband zufolge die Agrarstruktur insgesamt nach wie vor deutlich stärker durch Verpachtung und Vererbung geprägt als durch Kauf. In Westdeutschland wurden mit einem Gesamtumfang von 37.467 Hektar 17,8% mehr Agrarflächen veräußert als im Vorjahr. Die meisten Agrarflächen kamen in Niedersachsen zum Verkauf; dort waren es rund 11.800 Hektar. Dahinter folgt Bayern mit etwa 9.600 Hektar. Um 15,3% auf 36.116 Hektar legte die verkaufte Fläche in Ostdeutschland zu. Dort führte Brandenburg das Ranking mit 11.000 Hektar an. An zweiter Stelle lag Sachsen-Anhalt mit 7.406 Hektar. AgE

