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20.08.2026

Probleme werden verschärft

Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer will als Reaktion auf die Dürre die Flächenprämien im kommenden Jahr einmalig erhöhen. Ökolandbauverbände und die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) kritisieren nun den Vorstoß. Statt kurzfristiger Finanzhilfen brauche es vor allem mehr Unterstützung für die langfristige Klimaanpassung der Landwirtschaft, teilten sie am Dienstag (18.8.) mit. "Tropfen auf den heißen Stein" Der geschäftsführende Vorstand des Bundes Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), Peter Röhrig, bezweifelt, dass die höheren Direktzahlungen den betroffenen Betrieben spürbar helfen werden. Die zusätzlichen Mittel würden wie ein "Tropfen auf den heißen Stein" versickern. Auf den einzelnen Hof bezogen fielen die Zahlungen so gering aus, dass damit ohnehin keiner der "von Dürre und Missernten gebeutelten" Betriebe gerettet werde. Nach Röhrigs Einschätzung braucht die deutsche Landwirtschaft stattdessen vor allem Investitionen in Klimaschutz und Klimaanpassung. Ein zentraler Baustein dafür sei der Ökolandbau, da dessen Bewirtschaftungsweise dazu beitrage, Böden widerstandsfähiger gegen Trockenheit zu machen. Stattdessen Ökolandbau fördern Auch der Anbauverband Demeter hält es für falsch, die Mittel "pauschal über die Fläche" zu verteilen. "Damit wird vor allem der Status quo abgesichert, anstatt den notwendigen Umbau hin zu mehr Klimaresilienz voranzubringen", monierte der politische Sprecher von Demeter, Jörg Hütter. Stattdessen müsse die Politik den Klimaschutz ernst nehmen und die Betriebe gezielt dabei unterstützen, Bodenfruchtbarkeit, Wasserrückhalt und Biodiversität zu verbessern. Den Ökolandbau zu fördern, sei dafür ein zentraler Hebel, so Hütter. Der Präsident von Bioland, Jan Plagge, hält es gar für kontraproduktiv, die Gelder als "kurzfristigen Einkommenspuffer" statt für Investitionen zu verwenden. "Eine reine Geldverteilung ohne ökologische Lenkungswirkung schwächt die strategische Autonomie Europas, erhöht die Erpressbarkeit durch globale Krisen und gefährdet langfristig die Wettbewerbsfähigkeit und Souveränität unserer Lebensmittelversorgung", sagte Plagge. AbL erinnert an ZKL Die AbL begrüßte zwar, dass die betroffenen Höfe "nicht allein gelassen" würden. Die pauschale Aufstockung der Basisprämie für alle Flächen löse jedoch keine strukturellen Probleme, sondern verschärfe sie. "Die Erfahrungen aus 2018 und den folgenden Dürrejahren zeigen klar: Die damals ausgeschütteten Hilfen galten ausschließlich der kurzfristigen Liquiditätssicherung und haben keine längerfristige Stabilität gebracht", gibt der stellvertretende AbL-Geschäftsführer Bernd Schmitz zu bedenken. Nach Ansicht von Schmitz müssen die GAP-Gelder weiter qualifiziert werden, so wie es Gesellschaft und Landwirtschaft schon in der Abschlusserklärung der Zukunftskommission Landwirtschaft anerkannt hatten. AgE