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13.08.2026

Kurswechsel bei der Förderung?

Unter dem Eindruck der anhaltenden Dürre in Deutschland deutet sich im Bundeslandwirtschaftsministerium (BMLEH) ein Umdenken an, was die Förderung von Mehrgefahrenversicherungen (MGV) über die Gemeinschaftsaufgabe "Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes" (GAK) angeht. Nach der Kabinettssitzung am Mittwoch (12.8.) kündigte Ressortchef Alois Rainer an, mit den Bundesländern darüber sprechen zu wollen, wie die Mehrgefahrenversicherung künftig über die GAK finanziert und bei der Mittelverteilung entsprechend berücksichtigt werden könne. Ende September böte sich für Rainer eine Gelegenheit, sich darüber mit seinen Länderkollegen auszutauschen. Dann kommt die Agrarministerkonferenz (AMK) unter bayerischem Vorsitz zu ihrer Herbstsitzung in Würzburg zusammen. Die Förderung von Mehrgefahrenversicherungen gegen witterungsbedingte Risiken über die Gemeinschaftsaufgabe ist eine alte Forderung der AMK. Das vorherige Agrarressort (BMEL) unter der Leitung von Cem Özdemir hatte einer möglichen GAK-Förderung stets eine Absage erteilt. Eine Aufstockung der Bundesmittel in der Gemeinschaftsaufgabe sei angesichts klammer Haushaltskassen nicht möglich, hatte es zur Begründung geheißen. Nach dem Regierungswechsel scheint es nun eine Kehrtwende in dieser Frage zu geben. Bekanntlich unterstützt der Bund schon heute die Inanspruchnahme von Mehrgefahrenversicherungen mit einem ermäßigten Versicherungssteuersatz. Die Länder können Mehrgefahrenversicherungen zudem im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) fördern. Diese Möglichkeit wird dem BMLEH zufolge bereits von neun Bundesländern genutzt. Dürre gilt als Kumulrisiko Aus der Versicherungswirtschaft kommt schon lange der Ruf nach einem deutschlandweit geltenden Rahmen für eine Risikopartnerschaft zwischen Staat, Landwirtschaft und Versicherern, wie er über die GAK etabliert werden könnte. Die sei eine wichtige Voraussetzung, um zur Existenzsicherung landwirtschaftlicher Betriebe beizutragen und damit die Versorgungssicherheit in Deutschland zu gewährleisten. Die MGV hat sich hierzulande vor allem aus Kostengründen bislang nicht als Standardversicherung etabliert. Die betriebliche Absicherung gegen Spätfrost, Starkregen oder eben Trockenheit kann je nach individuellem Risiko teuer sein, weshalb viele Landwirte angesichts enger Margen darauf verzichten. Von staatlichen Zuschüssen erhoffen sich hiesige Versicherer wie die Vereinigte Hagel eine stärkere Verbreitung von Mehrgefahrenversicherungen in Deutschland. "Wenn wir mit der Förderung keine Durchversicherung hinbekommen, dass also ein hoher Anteil an Landwirten die geförderte Versicherung in Anspruch nimmt, dann ist kein Risikoausgleich über die Fläche möglich", sagte Vorstandschef Dr. Philipp Schönbach Ende 2024 im Interview mit AGRA Europe. Anders als der punktuell auftretende Hagelschlag gilt Dürre versicherungstechnisch als sogenanntes Kumulrisiko. Wie aktuell in Europa fallen mitunter riesige Gebiete trocken. Kleinere Spezialversicherer scheuen sich deshalb davor, Trockenheit überhaupt als Risiko in ihr Mehrgefahrenportfolio aufzunehmen. AgE