DBV fordert "Überlebenspaket"
Angesichts der aus seiner Sicht "dramatischen Situation" in der Schweinehaltung fordert der Deutsche Bauernverband (DBV) von der Bundesregierung ein "Überlebenspaket". "Die Marktlage ist so prekär, dass es für viele Betriebe ums nackte Überleben geht", sagte DBV-Veredelungspräsident Hubertus Beringmeier. Anlass ist ein Treffen von Branchenvertretern mit Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer am Mittwoch (12.8.). Das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMLEH) hat zu einem "Runden Tisch zur heimischen Schweinehaltung" eingeladen. In einem Positionspapier, das AGRA Europe vorliegt, fordert der DBV kurzfristige und unbürokratische Liquiditätshilfen, etwa über Programme der Landwirtschaftlichen Rentenbank. Zudem sollen die über das EU-Düngemittelhilfspaket verfügbaren 60 Mio. Euro durch nationale Mittel auf insgesamt 180 Mio. Euro aufgestockt werden. Fristen für Stallumbau anpassen Ferner drängt der Verband auf eine Forcierung der aus seiner Sicht "erfolgreich gestarteten" Exportstrategie des BMLEH, um neue Auslandsmärkte zu erschließen - insbesondere über einen raschen Abschluss eines Regionalisierungsabkommens mit China. Zudem müssen laut DBV die Übergangsfristen für den Umbau von Deck- und Abferkelzentren an die geplanten EU-weiten Vorgaben angepasst werden. Für die Umsetzung der in Deutschland bereits geltenden Anforderungen fordert der Verband außerdem ein nationales Sonderförderprogramm für die Sauenhaltung. Ergänzend spricht sich der DBV für verbindliche Haltungs- und Herkunftskennzeichnungen aus. Steuerliche Entlastung gefordert Nach dem Willen des Verbandes sollen darüber hinaus Risikomanagementinstrumente für die Tierhaltung ausgebaut werden, etwa in Form von Preis- und Ertragsausfallversicherungen, die Betriebe gegen zunehmend volatile Weltmärkte und wachsende Klimarisiken absichern sollen. Ebenso müsse die seit Langem geforderte steuerfreie Risikoausgleichsrücklage eingeführt und die Gewinnglättung entfristet werden, so der DBV. ISN: Betriebe verlieren 50 Euro je Schwein Auch die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) beschreibt die wirtschaftliche Lage als "ruinös". Trotz des jüngsten Preisanstiegs um 10 Cent je Kilogramm Schlachtgewicht verlören die Betriebe im Durchschnitt weiterhin rund 50 Euro pro Schwein. Sowohl Ferkelerzeuger als auch Mäster schrieben erhebliche Verluste, während der Strukturwandel unvermindert anhalte. Als wesentlichen Grund nennt die ISN einen überversorgten europäischen Markt. Insbesondere weggebrochene Drittlandexporte von spanischem Schweinefleisch hätten dazu geführt, dass zusätzliche Mengen auf den EU-Binnenmarkt drängten. AgE

