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06.08.2026

Weniger Getreide durch Dürre

Wie zu erwarten haben in Österreich starke Hitzewellen und die damit verbundene Trockenheit tiefe Spuren bei der Getreideernte hinterlassen. Nach Angaben der Agrarmarkt Austria (AMA) wurden rund 2,5 Mio. Tonnen Getreide - ohne Mais - eingefahren; das waren 19% weniger als 2025, während der langjährige Durchschnitt um 14% unterschritten wurde. Die Körnermaisproduktion wird von der AMA auf rund 2 Mio. Tonnen prognostiziert, nach etwa 2,5 Mio. Tonnen im Vorjahr. Damit ergäbe sich eine Gesamtgetreideproduktion von 4,5 Mio. Tonnen. Gegenüber 2025 wäre dies ein Minus von 18,4%, und das langjährige Mittel würde um 12,2% unterschritten. Die Ernte an Weichweizen wird von den AMA-Experten auf rund 1,2 Mio. Tonen beziffert; das sind 22,4% weniger als 2025. Die Roggenernte beläuft sich gemäß AMA-Schätzung auf 132.000 Tonnen und liegt 7% unter dem Vorjahreswert. Hartweizen hat gegenüber 2025 rund ein Viertel an Menge verloren und kommt auf 108.000 Tonnen. Mit etwa 1,5 Mio. Tonnen dürfte das diesjährige Aufkommen an Mahlgetreide den Bedarf der österreichischen Mehl- und Backwarenwirtschaft dennoch deutlich übertreffen. Dieser liegt bei einer gesamten Vermahlungsmenge von rund 800.000 bis 880.000 Tonnen. Sonnenblume der Gewinner Österreichs Getreidefläche - ohne Mais - ist zur Ernte 2026 auf etwa 502.00 Hektar geschrumpft und hat damit einen historischen Tiefstand erreicht. Hauptursache dafür ist der AMA zufolge ein deutlicher Anbaurückgang bei Weichweizen; im Vergleich zum Vorjahr wurde die Weichweizenfläche um fast 5.000 Hektar auf rund von 237.000 Hektar verkleinert. Bei Körnermais inklusive Corn-Cob-Mix gab es hingegen eine Flächenausdehnung um 4.000 Hektar. Hauptgewinner der Flächenverschiebungen ist keine Getreideart, sondern die Sonnenblume. Ihre Anbaufläche wurde um 5.500 Hektar vergrößert, nachdem sie bereits im Vorjahr kräftig ausgedehnt worden war. Bei der Rapsfläche stoppte der langjährige Abwärtstrend. Der historische Tiefstand des Vorjahres gehört aufgrund gestiegener Preise mit einem Plus von 715 Hektar erst einmal der Vergangenheit an. In den letzten 13 Jahren war die Rapsfläche unter anderem aufgrund von Schädlingsproblemen und den Auswirkungen des Klimawandels um rund zwei Drittel verkleinert worden. Großes Niederschlagsdefizit In Österreich gab es laut "GeoSphere Austria" im ersten Halbjahr 2026 etwa 27% weniger Niederschlag als im langjährigen Mittel. Zudem sei es in einzelnen Landesteilen noch nie so trocken gewesen wie in diesem Jahr. Die fehlenden Wassermengen in Kombination mit höheren Temperaturen hätten zu deutlich unterdurchschnittlichen Erträgen der bedeutenden Getreidearten in Österreich geführt. AgE.