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20.07.2026

Schlüssiges Gesamtkonzept gefordert

Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) fordert abermals eine verursachergerechte Düngepolitik. Die Bundesregierung müsse zügig ein "schlüssiges Gesamtkonzept" vorlegen, erklärte die AbL als Reaktion auf die Evaluation der EU-Nitratrichtlinie. Die EU-Kommission hatte den Bericht am Mittwoch veröffentlicht und darin bekräftigt, dass die Richtlinie nach wie vor relevant sei. Zwar gebe es auch auf Brüsseler Ebene vereinzelt Nachbesserungsbedarf, räumte die Behörde ein. Die Düngeregelungen zu entbürokratisieren, zu vereinfachen und wirksamer zu machen, sei aber Aufgabe der Mitgliedstaaten. Als Richtlinie biete das EU-Regelwerk dafür bereits die nötige Flexibilität.

AbL spricht sich für einzelbetriebliche Nährstoffbilanz aus

Die AbL sieht sich durch den Bericht bestätigt: Die Richtlinie biete den Mitgliedstaaten Gestaltungsspielraum. Vor allem Deutschland müsse diesen jetzt nutzen. Schließlich würden in der Bundesrepublik an rund 25% der Messstellen die Nitratgrenzwerte überschritten, verglichen mit nur 10% im EU-Durchschnitt.

"Das ist der Moment, wo wir die Düngepolitik endlich grundlegend gerechter gestalten müssen: Wo der Einzelbetrieb im Fokus steht statt Pauschalhaftung in Roten Gebieten", forderte der AbL-Vorsitzende Martin Schulz. Es brauche eine einzelbetriebliche Nährstoffbilanz sowie eine Honorierung niedriger Nährstoffsalden.

DUH kritisiert Bundesminister Rainer

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) forderte eine bundesweite Datenbank zur betrieblichen Düngeeffizienz. Damit könnten Nährstoffverluste in die Umwelt besser minimiert sowie die Wirkung des Düngerechts und Gülletransporte besser überwacht werden.

Scharfe Kritik übte die Umweltorganisation an der Düngepolitik von Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer. Dieser ignoriere EU-Recht und beuge sich den Interessen der bayerischen Milch- und Fleischindustrie, warf DUH-Bundesgeschäftsführer Sascha Müller-Kraenner dem CSU-Politiker vor. AgE