Mittleres Aufkommen erwartet
Der Deutsche Bauernverband (DBV) rechnet für diesen Sommer mit einer hierzulande insgesamt durchschnittlichen Getreideernte, allerdings bei großen regionalen Unterschieden. Zwar wurde die Gesamtgetreideanbaufläche zur anstehenden Ernte gegenüber der vorherigen Saison um 1,8% auf 6,03 Mio. Hektar ausgeweitet. Entscheidend für die Ertragserwartungen seien aber die hohen Temperaturen in der zweiten Juni-Hälfte und die Wasserversorgung. Wie der DBV bei seiner Erntepressekonferenz am Donnerstag (2.7.) weiter ausführte, geht er bei Wintergerste, deren Drusch bereits angelaufen ist, von einem Aufkommen von 9,3 Mio. Tonnen aus, gegenüber 9,5 Mio. Tonnen im Vorjahr. Das leichte Minus wird auf gesunkene Hektarerträge zurückgeführt. Mehr Hülsenfrüchte angebaut Auch beim Winterraps erwartet der DBV eine Ernte auf dem mittleren Niveau der zurückliegenden fünf Jahre, bei einer im Vorjahresvergleich um 4,9% auf landesweit 1,14 Mio. ha vergrößerten Anbaufläche. Das Produktionsareal von Körnererbsen wuchs um 6,6% auf 147.400 Hektar, das von Ackerbohnen um 5,9% auf 70.300 Hektar und das von Sojabohnen um 17,8% auf 51.000 Hektar. Die Lage ist angespannt Auch wenn tatsächlich eine Durchschnittsernte eingefahren würde, hätten die Betriebe weiter mit einer wirtschaftlich sehr angespannten Lage zu kämpfen, warnte der DBV. Als Grund nannte er die auf niedrigem Niveau weiter gesunkenen Erzeugerpreise und die unverändert hohen Betriebsmittelkosten. Im Endeffekt werde unter diesem Margen-Problem der Höfe auch die Versorgungssicherheit Deutschlands leiden, so der Verband. "Wer Versorgungssicherheit will, muss die heimische Produktion wirtschaftlich ermöglichen", betonte DBV-Präsident Joachim Rukwied. Die Energiekosten müssten spürbar gesenkt, Stickstoffdünger bezahlbar und verfügbar gehalten sowie die Liquidität der Ackerbaubetriebe gezielt und unbürokratisch gesichert werden. Mittelfristig müssten die Zulassungsverfahren im Pflanzenschutz beschleunigt, das Düngerecht praxisgerecht weiterentwickelt und die Bürokratie spürbar abgebaut werden. Die Witterung kann die Zahlen noch verändern Die Ernteprognose des DBV basiert auf Meldungen und Ertragsschätzungen der 18 Landesbauernverbände. Abzuwarten bleibt, welchen Einfluss die Witterung bis zum Abschluss der Ernte noch haben wird. AgE

