Saatgutwirtschaft schlägt Alarm
Bessere wirtschaftliche und regulatorische Rahmenbedingungen für die Saatgutwirtschaft in Deutschland hat der Bundesverband der VO-Firmen (BVO) gefordert. Anlässlich des Saatguthandelstages am 9. und 10. Juni in Magdeburg warnte der Vorsitzende Jörg Hartmann vor einer schleichenden Verlagerung von Wertschöpfung ins Ausland. Die Bedingungen für die Saatgutproduktion hätten sich angesichts steigender Produktionskosten, wachsender regulatorischer Anforderungen und zunehmender Wettbewerbsnachteile im europäischen Vergleich in den vergangenen Jahren deutlich verschlechtert. Druck durch Lizenzkosten Besonders kritisch sieht Hartmann die Entwicklung bei den Lizenzgebühren sowie bei den Kosten für Basis- und Vorstufensaatgut. Weil für identische Sorten im Ausland teils deutlich niedrigere Lizenzsätze anfielen, würden Vermehrungsaktivitäten verlagert, Saatgut verstärkt importiert und die heimische Wertschöpfung geschwächt. "Deutschland darf nicht auf die Rolle eines reinen Importeurs oder Händlers reduziert werden", betonte der Verbandschef. Wegfall wirksamer Behandlungsoptionen Handlungsbedarf sieht der BVO zudem in Sachen Saatgutbehandlung und Pflanzengesundheit: Mit dem Wegfall wirksamer Behandlungsoptionen drohten erhebliche Risiken für die gesamte landwirtschaftliche Produktionskette. Regulatorische Entscheidungen müssten praktikabel sein und Innovationen ermöglichen, statt zusätzliche Bürokratie zu schaffen, forderte Hartmann. AgE

