Das Spitzenduo eilt davon
Unter Deutschlands Schweineschlachtunternehmen haben die beiden Branchenführer Tönnies und Westfleisch ihren Vorsprung auf die nachfolgenden Plätze im Jahr 2025 weiter ausgebaut, vor allem wegen eines erhöhten Marktanteils von Westfleisch. Unterdessen kam es im Mittelfeld des Rankings zu einer Neuordnung, getrieben durch den Rückzug von Vion aus Deutschland. Das belegt das aktuell vorgelegte "Schlachthofranking 2025" der Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN). Demnach stieg die Zahl der Schweineschlachtungen in Deutschland 2025 um 0,6% auf 44,91 Millionen. Davon entfielen 13,3 Mio. auf Tönnies, das waren 0,8% mehr als im Vorjahr. Der Marktanteil lag bei 29,6% und damit ebenso hoch wie im Vorjahr. Den zweiten Platz belegt Westfleisch. Die Genossenschaft steigerte ihre Schweineschlachtungen um 9,1% auf nunmehr 7,53 Millionen, was einem Marktanteil von 16,8% entsprach. Im Jahr 2024 hatte dieser noch bei 15,5% gelegen. Mit größerem Abstand auf Platz drei folgt auch im jüngsten Ranking Danish Crown. Das dänische Schlachtunternehmen schlachtete 2025 hierzulande 2,97 Millionen Schweine, 8,2% mehr als im Vorjahr. Dahinter kam es durch den Rückzug von Vion, das im Ranking 2024 mit 2,40 Millionen Schlachtungen noch auf Platz vier gelegen hatte, zu Verschiebungen. Böseler Goldschmaus rückt auf Böseler Goldschmaus steigerte seine Schlachtzahl um 8,9 % auf 1,99 Millionen Schweine und schob sich damit auf den vierten Platz im ISN-Ranking. Dabei überholten die Niedersachsen das Unternehmen Müller Fleisch, das seine Schlachtzahl um 2,9% auf 1,80 Millionen erhöhte und sich nun auf Platz fünf wiederfindet. EG Südbayern rückt im Ranking vor Platz sechs belegt die EG Südbayern, die im vorangegangenen Ranking noch auf Platz acht gelandet war. Die EG Südbayern hatte ihre Schlachtzahl 2025 um 14,7% auf 1,65 Millionen erhöht. Ein Grund war, dass sie ab Sommer 2024 die ehemaligen Vion-Standorte in Vilshofen und Landshut für 18 Monate geführt hatte. Die weiteren Plätze nehmen Tummel mit einer bei 1,60 Millionen Schweinen unveränderten Zahl von Schlachtungen sowie das Unternehmen Steinemann ein, das mit insgesamt 1,30 Millionen Schweinen rund ein Zehntel mehr Tiere mehr schlachtete als 2024. Willms Fleisch steigerte die Zahl seiner Schlachtungen um 7,9% auf 1,15 Millionen. Bei Simon-Fleisch gingen 1,13 Millionen Schweine und damit 3,3% mehr als im Vorjahr über die Schlachtbänder. Endlich Stabilität für süddeutsche Landwirte Nach Einschätzung von ISN-Marktanalyst Klaus Kessing hat die Konsolidierung in der Schlachtbranche im Jahr 2025 regional sehr unterschiedliche Ausprägungen angenommen. In den nordwestlichen Kernregionen gebe es eine stabile, hoch konzentrierte Struktur. Dagegen ergäben sich im Nordosten aus der Schließung des Schlachthofes in Perleberg logistische Herausforderungen. In Süddeutschland sieht Kessing die Besitzverhältnisse nach dem Weggang von Vion unter anderem aus Landshut und Crailsheim "nun endlich neu geordnet". Das bringe zunächst eine gewisse Ruhe, Stabilität und Planungssicherheit für die Erzeuger vor Ort. Insbesondere die Nachricht, dass die Schlachtungen in Landshut nahtlos weiterliefen, sei für die dortigen Betriebe von großer Bedeutung. AgE

