UFOP sorgt sich um Sojaanbau
Die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP) warnt vor einem "massiven Kollateralschaden" für den europäischen Sojaanbau, sollte die EU-Kommission Soja künftig als Hochrisikorohstoff für indirekte Landnutzungsänderungen (high-iLUC) einstufen. Bitter dürfte das vor allem vor dem Hintergrund erscheinen, dass der Anbau von Körnerleguminosen in Deutschland laut der UFOP derzeit eigentlich auf Wachstumskurs ist. Wie die UFOP unter Verweis auf aktuelle Schätzungen des Statistischen Bundesamtes mitteilte, dürfte die Anbaufläche von Futtererbsen zur Ernte 2026 um 14% auf rund 147.400 Hektar steigen. Für Ackerbohnen wird ein Flächenzuwachs von 13,9% auf 70.300 Hektar erwartet. Auch der Sojaanbau setzt seinen Wachstumskurs fort: Die Anbaufläche dürfte um 17,8% auf rund 51.000 Hektar zunehmen, wobei der Schwerpunkt weiterhin in Süddeutschland liegt. UFOP: Rat und Parlament müssen einschreiten Vor diesem Hintergrund kritisiert die UFOP die Pläne der EU-Kommission, Soja weltweit als "high-iLUC"-Rohstoff einzustufen. Die Folge wäre, dass aus Sojaöl hergestellte Biokraftstoffe nicht mehr auf die Treibhausgasminderungsquote angerechnet werden könnten. Damit würde dieser Absatzweg faktisch auch für entwaldungsfrei produziertes Soja aus der EU wegfallen. Nach Ansicht der UFOP würde die geplante Regelung den europäischen Sojaanbau für Fehlentwicklungen in anderen Weltregionen mitverantwortlich machen und die positive Entwicklung des heimischen Anbaus gefährden. Die Förderunion fordert daher den Ministerrat und das Europäische Parlament auf, den delegierten Rechtsakt zu stoppen. Verein Donau Soja fordert Rücknahme des Entwurfs Ähnliche Töne kommen aus Österreich. Donau Soja fordert die EU-Kommission auf, den delegierten Rechtsakt zurückzuziehen. Nach Angaben des Vereins verarbeitet die EU jährlich rund 15 Mio. Tonnen Soja. Davon stammen jedoch lediglich etwa drei Mio. Tonnen aus europäischem Anbau. Fiele der Biokraftstoffmarkt als Absatzkanal weg, wäre die Verarbeitung von Sojabohnen in Europa wirtschaftlich deutlich weniger attraktiv. Dies könnte europäischen Landwirten wichtige Absatzmöglichkeiten entziehen und zugleich die Abhängigkeit von Sojaschrotimporten aus Regionen mit niedrigeren Nachhaltigkeitsstandards erhöhen, warnt Donau Soja. AgE

