Kein Brüsseler Konsens in Sicht
Noch gibt es keinen gemeinsamen Kandidaten der EU für den Posten des FAO-Generaldirektors, der im kommenden Jahr neu vergeben wird. Der zypriotischen EU-Ratspräsidentschaft ist es bisher nicht gelungen, einen von allen 27 Mitgliedsstaaten getragenen Namen zu präsentieren. Ende Mai verstreicht die von der amtierenden zypriotischen Agrarratsvorsitzenden, Maria Panagiotou, selbst gesetzte Frist für die Suche nach einem personellen Konsens. Die Diskussionen laufen noch Beim Agrarministertreffen am Dienstag (26.5.) hatte die Zypriotin vor Pressevertretern eingestehen müssen, dass bislang keine Einigung erzielt werden konnte. Auf Nachfrage stellte die Sozialdemokratin klar: "Die Diskussionen laufen noch". Weitere Details nannte sie nicht. Am Donnerstag (28.5.) wird AGRA Europe in Brüssel von verschiedenen Seiten berichtet, dass ein schneller Erfolg "nicht absehbar" sei. Hogan gilt als Favorit Zur Erinnerung: Irland hat den ehemaligen EU-Agrarkommissar und kurzzeitigen Handelskommissar Phil Hogan für die FAO-Position vorgeschlagen. Er scheint seine Favoritenrolle weiter auszubauen. Dem Vernehmen nach sollen knapp zwanzig Mitgliedstaaten den EVP-Politiker unterstützen. Eine Anfrage von AGRA Europe zur Positionierung des Bundeslandwirtschaftsministeriums bei dieser Spitzenpersonalie blieb bislang unbeantwortet. Dass die beiden anderen Kandidaten, der stellvertretende FAO-Generaldirektor Maurizio Martina, sowie der zurzeit dienstälteste Agrarminister in der EU, Luis Planas, in letzter Minute einen Rückzieher bei ihrer Bewerbung zum FAO-Generaldirektor machen, zeichnet sich aktuell nicht ab. Immerhin keine koloniale Vergangenheit Auch im Rest der Welt werden Hogan unter den europäischen Kandidaten noch die besten Chancen eingeräumt. Schließlich hat Irland - anders als Italien und Spanien - keine koloniale Vergangenheit. Hogan dürfte deshalb gerade unter ehemaligen Kolonien auf der Südhalbkugel noch der am ehesten wählbare Aspirant aus Europa für den FAO-Spitzenposten sein, so zumindest die Hoffnung eines irischen Diplomaten. Kein Europäer seit 50 Jahren Seit Januar 1976 hat kein Europäer die Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen mehr angeführt. Damals hatte der Niederländer Addeke Hendrik Boerma den Staffelstab an seinen Nachfolger Edouard Bourma aus dem Libanon übergeben. Selbst 2019, als es der EU gelungen war, mit der Französin Catherine Geslain-Lanéelle eine gemeinsame Kandidatin zu vorzuschlagen, lag der jetzige FAO-Generaldirektor, der Chinese Qu Dongyu, klar vorn. Kritiker monieren, dass er seitdem dort wichtige Schlüsselpositionen mit Chinesen besetzt und so den Einfluss Pekings auf die UN-Organisation deutlich ausgebaut hat. AgE

