Der Sommer wird wohl erneut heiß
Landwirte in Deutschland müssen sich für den Sommer 2026 erneut auf überdurchschnittlich hohe Temperaturen einstellen. Laut Berechnungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) liegt die Wahrscheinlichkeit dafür im bundesweiten Mittel aktuell bei rund 81%, während sie im Norden etwas geringer ausfällt.
Kurzfristig deuten die Vorhersagen des DWD zudem auf trockene Bodenverhältnisse hin. Bis Mitte April bestehe vor allem in Ostdeutschland eine hohe Wahrscheinlichkeit für geringere Bodenfeuchte, so der Wetterdienst. Diese Tendenz werde sich jedoch im weiteren Jahresverlauf abschwächen, sodass für den Sommer nur noch in Teilen Sachsen-Anhalts leicht trockenere Bedingungen erwartet werden. Die Zuverlässigkeit seiner Prognosen untermauert der DWD mit dem Hinweis, dass auch seine Vorhersage für den Sommer 2025 eingetroffen sei.
2025 war "nur" das achtwärmste Jahr
Laut dem Leiter der Abteilung Klimaüberwachung beim DWD, Dr. Andreas Becker, hat 2025 bezogen auf die Jahresmitteltemperatur eine "kleine Atempause" gebracht. Denn im Vergleich zu den drei aufeinanderfolgenden Rekordjahren von 2022 bis 2024, war das vergangene Jahr "nur" das achtwärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1881, berichtete Becker bei der diesjährigen Klimapressekonferenz des DWD am Dienstag (31.3.) in Berlin.
Allerdings bedeutet Becker zufolge ein national nicht rekordwarmes Jahr noch "keine Entwarnung im globalen Maßstab". Denn weltweit betrachtet war 2025 ihm zufolge das drittwärmste Jahr überhaupt. Analysen unter anderem des DWD kommen zu dem Schluss, dass das 1,5°-Ziel des Pariser Klimaabkommens im Zeitraum von 2028 bis 2035 dauerhaft überschritten wird. Von einem Ende oder auch nur einer relevanten Abbremsung des Klimawandels könne vor diesem Hintergrund keine Rede sein, so Becker.
Laut dem DWD war es 2025 nicht nur deutlich heißer, sondern auch trockener. So gab es in Deutschland mit im Mittel 642 Millimetern jeweils 19% weniger Niederschlag, als es der Mehrjahresschnitt der Zeiträume 1961-1990 und 1991-2020 erwarten lassen hätte.
Langfristige Referenz-Ensemble
Der Wetterdienst stellte vor der Hauptstadtpresse jetzt zudem die neuen sogenannten Referenz-Ensembles vor, mit denen erstmals eine bundesweit einheitliche und zugleich regional differenzierte Datengrundlage für Langzeitprojektionen zur Verfügung steht.
Erste Auswertungen zeigen demnach bis zum Jahr 2100 einen weiteren deutlichen Temperaturanstieg in Deutschland. Hitzewellen infolge der Erderwärmung dürften künftig vor allem Süd- und Ostdeutschland treffen, wobei steigende Temperaturen grundsätzlich in allen Regionen und Jahreszeiten zu erwarten sind, mit den stärksten Effekten im Sommer.
Beim Niederschlag ergibt sich hingegen ein weniger eindeutiges Bild, so der DWD. Die Experten rechnen mit den größten Zunahmen im Winter im Norden sowie im Frühjahr im Nordosten Deutschlands. Für den Sommer deuten die Projektionen auf trockenere Bedingungen insbesondere im Westen hin, während im Nordosten eher mit mehr Niederschlag zu rechnen ist. Im Südosten könnten zudem die Herbstmonate trockener ausfallen. AgE

