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01.04.2026

Bioland sieht Ökoanbau als Lösung

Als Lehre aus der aktuellen Energie- und Düngepreismittelkrise sollte der Bund die Ökolandwirtschaft stärker fördern. Das fordert Bioland am Dienstag (31.3.) und verweist darauf, dass der Ökoanbau nicht auf fossilen Dünger angewiesen ist. Hintergrund ist, dass die Preise für Rohöl und Erdgas sowie für erdgasbasierte Stickstoffdüngemittel massiv angestiegen sind, nachdem der Iran die Straße von Hormus gesperrt hat. Aber auch Phosphordünger sind indirekt betroffen: einerseits durch die gestiegenen Energiekosten und andererseits durch den Preisanstieg bei Schwefel. Für Bioland-Präsident Jan Plagge führt die Krise "eindrücklich vor Augen, wie verletzlich unser globalisiertes Ernährungssystem ist". Aus dieser Abhängigkeit müsse man sich dringend befreien. "Das ist kein ideologisches Weltverbesserungsthema, es geht dabei um unsere Ernährungssouveränität", mahnte Plagge. Schließlich hänge man bei den fossilen Energien "nicht unerheblich auch von den Launen einiger besonders einflussreicher Staatschefs ab", kommentierte er. Statt auf Mineraldünger aus fossilen Energien setzt der Ökolandbau Bioland zufolge unter anderem auf Leguminosen, die Stickstoff aus der Luft binden. Ein mehrjähriger Kleegrasanbau könne auch für stark zehrende Nachfrüchte ausreichend Stickstoff bereitstellen. Der Gesamtbedarf an fossilen Energien sei dadurch auf Biobetrieben geringer als auf konventionell wirtschaftenden, ist man bei dem nach Hektaren und Mitgliedern größten deutschen Ökoanbauverband überzeugt. Bioland-Politikleiterin Carolin Pagel erwartet von der Bundesregierung jetzt entschlossenes, strategisches Handeln und dass sie die aktuelle Krise als Weckruf nutzt. Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer müsse dafür die Biostrategie "auf solide Füße stellen", anstatt sie abzuwickeln. Auch müsse sichergestellt werden, dass der Ökolandbau in der kommenden Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) ab 2028 angemessen gefördert wird. Ebenso sollte die Biolandwirtschaft im neuen Düngerecht und der Wiederherstellungsverordnung entsprechend berücksichtigt werden, so Pagel. AgE