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19.03.2026

Aktuell drohen keine Engpässe

In Deutschland drohen gegenwärtig keine Versorgungsengpässe bei Düngemitteln. Das haben sowohl der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) als auch der Industrieverband Agrar (IVA) angesichts des Iran-Kriegs und der in Teilen blockierten Meerenge von Hormus klargestellt. DRV-Geschäftsführer Philipp Spinne betont: "Jeder bekommt aktuell seinen Dünger". Die meisten DRV-Kunden - also die Landwirte - seien für die Frühjahrsdüngung und meist auch darüber hinaus ohnehin über Kontrakte abgesichert. Der Krieg im Nahen Osten und im Iran sei allerdings ein Unsicherheitsfaktor. "Je länger der Konflikt andauert, je schwieriger könne die Lage werden", konstatiert der DRV-Geschäftsführer.
Gelassenheit beim IVA Die Dauer des Krieges habe zudem entscheidenden Einfluss auf die Preise, die sich in erster Linie am Weltmarkt bildeten, sagte Spinne. Die aktuell hohen Preise rechtfertigt er vor allem mit dem massiven Anstieg der Energiepreise. Entscheidend ist seiner Ansicht nach eine Diversifizierung bei der Versorgung mit Gas und Öl. Hier sei die EU insgesamt aber gut aufgestellt. Entgegen der Position der EU-Ausschüsse der Bauernverbände (Copa) und ländlichen Genossenschaften (Cogeca) bekräftigt Spinne die Haltung seines Verbandes, dass der Grenzausgleichsmechanismus für Kohlenstoffemissionen (CBAM) nicht ausgesetzt werden sollte. Gerade dieser Mechanismus verhindere Wettbewerbsnachteile für die EU-Produzenten gegenüber Herstellern in Drittstaaten. Auch der Industrieverband Agrar (IVA) blickt noch gelassen auf die aktuelle Lage. Bislang seien zwar erste Auswirkungen auf die Preisentwicklung spürbar. Von Preisspitzen wie nach Russlands Überfall auf die Ukraine vor vier Jahren sei der Markt aber noch weit entfernt.
Heimische Produktion gut aufgestellt
Theresa Krato, Leiterin des Fachgebiets Pflanzenernährung und Biostimulanzien im IVA, teilt allerdings die Sorge der Landwirtschaft, dass steigende Energiekosten Einfluss auf die Preisentwicklung haben können. "Garant für die Versorgungssicherheit der heimischen Landwirtschaft mit Mineraldüngern ist aber vor allem eine leistungsfähige inländische Düngemittel-Produktion. Die deutschen Hersteller allein können 75% des Bedarfs hierzulande mit ihren Anlagen decken", stellt Krato klar. Kritisch sieht der IVA derweil, dass die EU-Kommission erwägt, die Meistbegünstigungszölle auf Dünger aus Drittstaaten und die Einführung des CBAM für Düngemittel auszusetzen. Die Wettbewerbsbedingungen für die europäische Industrie gegenüber anderen Lieferländern würden so weiter verschlechtert. Der IVA verweist auf deutlich schlechtere Sozial-, Umwelt- und Klimastandards in Drittstaaten. Ein abrupter Wechsel der Spielregeln untergrabe zudem das Vertrauen der Unternehmen, die ihre Investitionen langfristig planten. Krato wirft der EU-Kommission vor, ein Versorgungsrisiko zu konstruieren, das faktisch nicht existiere. AgE