Glyphosat wird Sicherheitsfaktor
Donald Trump macht die Produktion von Glyphosat zu einer Frage der nationalen Sicherheit. Der US-Präsident ordnete am Mittwoch (18.2.) an, die Versorgung des Landes mit Glyphosat und elementarem Phosphor sicherzustellen, um die nationale Verteidigung zu stärken. Als die am weitesten verbreiteten Pflanzenschutzmittel in der US-Landwirtschaft seien glyphosatbasierte Herbizide ein Grundpfeiler der landwirtschaftlichen Produktivität und ländlichen Wirtschaft, heißt es in einer sogenannten Executive Order des Präsidenten. Ihnen komme eine entscheidende Rolle zu, effizient und kostengünstig Lebensmittel und Viehfutter zu erzeugen.
Nach Ansicht von Trump gibt keine direkte Alternative zu glyphosatbasierten Herbiziden. Ein Verzicht auf ihre Anwendung würde die landwirtschaftliche Produktivität gefährden, den Druck auf das heimische Lebensmittelsystem erhöhen und aufgrund geringer Produktivität zu einer Umstellung von Ackerland auf andere Nutzungen führen. Dennoch sei die Fähigkeit der USA, Glyphosat im Inland zu produzieren, äußerst begrenzt.
Laut Trump gibt es in den Vereinigten Staaten nur einen einzigen inländischen Produzenten von elementaren Phosphor- und glyphosatbasierten Herbiziden; damit meint er die Bayer-Tochter Monsanto. Diese könne den jährlichen Bedarf aber nicht decken. Eine künftige Reduzierung oder Einstellung der inländischen Produktion elementarer Phosphor- und glyphosatbasierter Herbizide würde die nationale Sicherheit der USA daher ernsthaft bedrohen. Das könnte für die Staaten zu einem ernsthaften Problem werden, denn die wichtigsten Glyphosat-Hersteller sitzen in China.
Die Herausstellung von Glyphosat als Sicherheitsfaktor spielt Bayer in die Hände. Die Anordnung des US-Präsidenten kam kurz nach der Mitteilung des Konzerns, mit einem Sammelvergleich die zahlreichen Schadenersatzklagen zum umstrittenen Breitbandherbizid Roundup mit dem Wirkstoff Glyphosat in den Vereinigten Staaten vom Tisch zu bekommen. Vorgesehen ist eine Gesamtsumme von maximal 7,25 Mrd $ (6,12 Mrd. Euro), verteilt über einen Zeitraum von bis zu 21 Jahren. Seit der Übernahme von Monsanto hat Bayer bereits mehr als 10 Mrd. $ (8,5 Mrd. Euro) für die Beilegung von Klagen gezahlt. Noch sind rund 67.000 Klagen anhängig. AgE

