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16.01.2026

Export bringt leichtes Umsatzplus

Die deutsche Ernährungsindustrie konnte 2025 die Rezession der Vorjahre knapp hinter sich lassen. Erstmals seit drei Jahren erzielte die Branche preisbereinigt ein leichtes Umsatzplus von 0,2%; nominal legten die Erlöse um 3,9% zu. Das geht aus vorläufigen Konjunkturdaten hervor, die am Donnerstag (15.1.) von der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) vorgelegt wurden.
Insgesamt verbuchte die Ernährungsbranche - laut BVE inzwischen der drittgrößte Industriezweig Deutschlands - im vergangenen Jahr einen Umsatz von rund 241,8 Mrd. Euro. Rund 62% davon, nämlich 149,9 Mrd. Euro, wurden im Inland erwirtschaftet. Auf 91,9 Mrd. Euro belief sich das Auslandsgeschäft. Damit nimmt der Wirtschaftszweig auch europaweit eine Spitzenstellung ein und ist gemessen an Umsatz und Beschäftigung die größte Ernährungsindustrie innerhalb der EU.
Die Zahl der Betriebe in der Branche stieg nach Angaben der BVE im vergangenen Jahr gegenüber dem Vorjahr um 1,8% auf 6.082. Bei den Beschäftigten wurde ein Zuwachs um 2,3% auf 659.605 verzeichnet. Ausschlaggebend für das 2025 verbuchte Umsatzwachstum war laut BVE das Exportgeschäft; die Ausfuhren legten nominal um 9% zu, preisbereinigt um 3,9%. Die Schwäche des heimischen Marktes setzte sich hingegen fort. Zwar verbesserte sich das Inlandsgeschäft nominal um 1,0%, doch der preisbereinigte Umsatz sank um 1,9%.
Kapitalstock abgeschmolzen
Die anhaltenden strukturellen Herausforderungen am Standort Deutschland spiegeln sich der BVE zufolge auch in der Investitionstätigkeit wider. In den vergangenen Jahren sei es in der Ernährungsindustrie zu einem spürbaren Abbau des Kapitalstocks gekommen, stärker als im gesamten verarbeitenden Gewerbe und auch stärker als in den energieintensiven Industrien. Diese Einschätzung sieht die Bundesvereinigung durch eine aktuelle Blitzumfrage bestätigt. Rund 81% der befragten Branchenunternehmen sehen demnach eine Verschlechterung der Standortbedingungen in Deutschland in den vergangenen fünf Jahren.
Besonders kritisch bewerteten die Unternehmen die Bereiche Regulierung und Bürokratie, Steuern und Abgaben, Energiepreise sowie Arbeits- und Lohnstückkosten, so die BVE. Diese Faktoren hätten den Heimatmarkt in den letzten Jahren deutlich unattraktiver gemacht. Allerdings attestierten viele Hersteller dem Standort Deutschland weiterhin ein grundsätzlich gutes Absatzpotenzial.
Politischer Rückenwind
Die trotz der Trump-Zölle und ASP erzielten Exporterfolge der Branche sind für BVE-Hauptgeschäftsführer Christoph Minhoff ein deutliches positives Anzeichen: "Food Made in Germany ist wieder ein starkes Qualitätssiegel". Auch in Deutschland herrsche eine neue, kooperative Haltung, lobte Minhoff. Die Politik spreche wieder mit der Wirtschaft und nicht über sie. Sie verstehe sich wieder als Türöffner für neue Märkte - vom Bundeskanzler über den Außenminister bis hin zum Landwirtschaftsminister. AgE