Impfkampagne kommt gut voran
In Frankreich macht die Impfkampagne zur Eindämmung der Lumpy-Skin-Krankheit (LSD) große Fortschritte. Wie das Landwirtschaftsministerium am Dienstag (6.1.) mitteilte, nähert sich der Impfkorridor, der die weitere Ausbreitung der Rinderseuche im Südwesten des Landes stoppen soll, seiner Vollendung. Bis zum Vortag waren den offiziellen Angaben zufolge bereits 558.022 Tiere immunisiert worden; bezogen auf die Gesamtzahl der Rinder in dem Gebiet war das ein Anteil von 77,3%. Insgesamt sollen etwa 750.000 Tiere geimpft werden, und zwar bis Ende Januar.
Angekündigt worden war die Impfkampagne Mitte des vergangenen Monats. Angesichts des zunehmenden Widerstands gegen die vorgeschriebene komplette Keulung betroffener Bestände hatte sich auch Premierminister Sébastien Lecornu eingeschaltet und zusätzliche Ressourcen für die Bekämpfung der LSD angekündigt. Offenbar mit Erfolg werden für die Impfungen unter anderem auch Studierende der Veterinärmedizin, Freiwillige sowie Militärtierärzte eingesetzt; für die Verteilung der Logistik waren Logistiker der Streitkräfte und des Zivilschutzes in Aussicht gestellt worden.
Zuletzt hat sich die Ausbreitung der Krankheit nicht mehr beschleunigt. Nach Angaben der Plattform für Tiergesundheit (ESA) wurden seit dem ersten Nachweis in Frankreich bis zum 6. Januar 117 Ausbrüche der LSD registriert. Die jüngsten Funde gab es am 29. und 31. Dezember im Département Ariège. Eine der betroffenen Herden war erst elf Tage zuvor geimpft worden.
Weitaus ruhiger ist die Lage in Spanien und Italien. Laut ESA wurden bei Frankreichs westlichem Nachbarn seit dem 17. Oktober keine weiteren Fälle mehr registriert. In Italien ist die Ausbreitung allem Anschein nach auch zum Erliegen gekommen; der letzte neue Nachweis datiert auf den 27. Oktober.
Schäden in Millionenhöhe
Noch nicht absehbar ist derweil ein Ende des Widerstands aus Teilen des landwirtschaftlichen Berufsstandes. Für die laufende Woche haben mehrere Verbände landesweit zu Protesten aufgerufen, allerdings dürfte dabei mehr und mehr das Freihandelsabkommen mit den Mercosur-Staaten in den Vordergrund rücken.
In den vergangenen Wochen waren die Proteste im Zusammenhang mit den Keulungen zur Bekämpfung der LSD zunehmend eskaliert, vor allem in der Region an der Grenze zu Spanien. Medienberichten zufolge kam es zu Zusammenstößen mit der Polizei, zahlreiche Verkehrswege wurden blockiert. Nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP gilt in mehreren Landesteilen derzeit noch für wenige Tage ein Verbot von Traktordemonstrationen.
Im Département Pyrénées-Atlantiques wurden durch die Protestaktionen nach ersten Schätzungen der Verwaltung Schäden von mehr als 1 Mio. Euro angerichtet. Darin eingerechnet sind unter anderem die Kosten für die Reinigung und Reparatur von Straßen, fehlende Mauteinnahmen, die Beseitigung von Müll und die Reparatur von Kameras zur Verkehrsüberwachung. Im Rahmen der Proteste wurden der Präfektur zufolge "Hunderte Tonnen" Müll verbrannt.
Ähnliche Folgen dürften die Proteste in den anderen Gebietskörperschaften haben. In den Départements Tarn und Tarn-et-Garonne erstatteten die Präfekten Anzeige. Medienberichten zufolge waren die Straßenblockaden unter anderem zur Entsorgung von asbesthaltigem Material genutzt worden. Zudem sollen öffentliche und historische Gebäude beschädigt worden sein. AgE

