Anhaltende Engpässe beim Treibstoff
Die fortgesetzten Präzisionsangriffe der Ukraine mit Drohnen auf russische Raffinerien und die Energieinfrastruktur des Landes zeigen offenbar Wirkung. Mehrere Nachrichtenagenturen meldeten zum Monatswechsel anhaltende Engpässe bei der Versorgung mit Benzin und Diesel in mehreren Regionen Russlands, vor allem auf der Krim. Wie erwartet hat der Kreml am Dienstag (30.9.) die bereits bestehenden Beschränkungen beim Export von Benzin und Diesel zunächst bis Jahresende verlängert. Bei Benzin gilt für alle Marktteilnehmer ein Ausfuhrverbot; bei Diesel sind davon nur Nichtproduzenten betroffen. Laut dem "Kyiv Independent" sind Russlands Dieselexporte durch die Beschränkungen bereits um 30% eingebrochen. Dadurch entgingen dem Land dringend benötigte Einnahmen. Ein vollständiger Exportstopp könnte laut Experten erhebliche Auswirkungen auf den Weltmarkt haben, da Russland der zweitgrößte Dieselexporteur der Welt ist. Unklar ist weiterhin, inwieweit auch die russische Landwirtschaft von dem Energieengpass betroffen ist. Laut der Tageszeitung Kommersant dürfte Moskau aber zusätzliche Maßnahmen ergreifen, um die Treibstoffversorgung auf dem Land zu sichern. Denkbar sei die Einführung zusätzlicher Exportquoten, um den Import von Treibstoffen zu fördern. Zudem könnte die Verarbeitung von russischem Öl in Belarus erhöht werden. Ein weiteres Instrument sei die Lockerung der geltenden Umweltstandards, damit die russischen Raffinerien mehr Benzin produzieren können. Regierungssprecher Dmitri Peskow verbreitet indes Zuversicht. Der Kreml ergreife Maßnahmen, um eine stabile Versorgung mit Benzin zu gewährleisten, stellte er klar. Nach Angaben der BBC hat die Ukraine in den letzten Wochen verstärkt russische Ölraffinerien mit Drohnen angegriffen. Seit Januar dieses Jahres seien 21 der 38 großen Raffinerien des Landes ins Visier genommen worden. Die Zahl der erfolgreichen Angriffe liege damit bereits um fast 50% höher als im gesamten Jahr 2024. AgE

