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Milchviehhaltertagung 2026: Fachlicher Austausch und klare Impulse für die Praxis

Rund 160 Landwirte und Fachteilnehmer aus der Region folgten der Einladung der Raiffeisen Rhein-Ahr-Eifel Handelsgesellschaft mbH zur Milchviehhaltertagung 2026 in die Karolingerhalle in Prüm.

Gemeinsam mit der Arla Foods Molkereigenossenschaft stand die Veranstaltung ganz im Zeichen aktueller Marktfragen, struktureller Entwicklungen und praxisnaher Lösungsansätze entlang der gesamten Wertschöpfungskette der Milcherzeugung. Die Tagung wurde als Fortbildung für das Zusatzmodul QM Milch++ anerkannt.

Nach einem gemeinsamen Mittagsimbiss begrüßten die Geschäftsführer Kurt Gentges und Werner Aßmann die Teilnehmer. Für Kurt Gentges war es die letzte Milchviehhaltertagung in seiner langjährigen Tätigkeit als Geschäftsführer. In seinem Rückblick dankte er den Landwirten für ihr Vertrauen sowie den Mitarbeitenden für ihr Engagement und hob die kontinuierliche Weiterentwicklung des genossenschaftlichen Unternehmens hervor.


Die Referenten von links nach rechts: Fabian Fisch, Andreas Bussmann-Dopp, Werner Aßmann, Kurt Gentges, Viktor Lorenz, Josef Lux

Den fachlichen Auftakt gestaltete Viktor Lorenz vom Deutschen Raiffeisenverband (DRV). Er ordnete die aktuelle Marktsituation der Milchwirtschaft ein und zeigte die strukturellen Herausforderungen der Branche auf. Trotz stabiler Nachfrage beeinflussen Angebotsmengen, Lagerbestände und internationale Rahmenbedingungen die weitere Entwicklung. Effizienzsteigerungen allein können den fortschreitenden Strukturwandel nur bedingt auffangen. Kooperationen und Fusionen in der Molkereibranche sind daher eine nachvollziehbare Reaktion auf steigenden Kostendruck und veränderte Marktanforderungen.

Praxisnahe Impulse lieferten Norbert Schenkten und Fabian Fisch von der Deutschen Saatveredelung AG (DSV). Sie verdeutlichten die Bedeutung eines optimal eingestellten Boden-pH-Wertes, einer bedarfsgerechten Schwefelversorgung sowie standortangepasster Saatgutmischungen für stabile Erträge und hochwertige Grundfutterqualitäten.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Wasserqualität. Josef Lux, Leiter des Raiffeisen Analyse-Labors, stellte heraus, dass Tränkewasser als mengenmäßig wichtigstes Futtermittel entscheidend für Tiergesundheit und Milchleistung ist. Typische Problembereiche wie Eisen- und Manganbelastungen oder Biofilmbildung können schleichend zu Leistungseinbußen führen und sollten regelmäßig kontrolliert werden.

Zum Abschluss informierte Andreas Bussmann-Dopp von der AGRAVIS AG über die aktuellen Beschaffungsmärkte für Futterrohstoffe. Trotz insgesamt stabiler Versorgung bleiben geopolitische Entwicklungen, Wetterereignisse und Marktschwankungen relevante Einflussfaktoren. Eine vorausschauende Planung gewinnt daher wieder deutlich an Bedeutung.

In der Diskussion wurde deutlich: Der fachliche Dialog zwischen Landwirtschaft, Wirtschaft und Beratung bleibt ein entscheidender Baustein für die Zukunft der Milcherzeugung in der Region.


Rund 160 Besucher fanden den Weg zur Milchviehhaltertagung 2026