29.01.2019

Südzucker erwägt Werksschließungen

Die anhaltend niedrigen Zuckerpreise zwingen jetzt offenbar auch die Südzucker AG zu erheblichen Restrukturierungsmaßnahmen, denen mehrere Standorte zum Opfer fallen könnten. Die Konzernspitze kündigte heute in einer Ad-hoc-Meldung an, die Zuckerproduktion um bis zu rund 700 000 t jährlich senken zu wollen. Dazu seien Maßnahmen nötig, die auch zu Werksschließungen führen könnten. Abgesehen davon will das Unternehmen nach eigenen Angaben in der Verwaltung sparen. Details sollen in der morgigen Aufsichtsratssitzung vorgestellt werden.

Die Öffnung des EU-Zuckermarktes und der damit verbundene Preisabsturz bei Zucker hat die Mannheimer Unternehmensgruppe, wie auch andere Zuckerunternehmen, in Bedrängnis gebracht. Für das dritte Geschäftsquartal 2018/19 wurde in dem Kernsegment ein Verlust von 85 Mio Euro ausgewiesen; mit Blick auf das Gesamtgeschäftsjahr rechnen die Analysten mit einem operativen Verlust zwischen 150 Mio Euro und 250 Mio Euro.

Die Konzernstrategie sieht daher laut des Südzucker-Vorstandes vor, die Kapazitäten der Zuckerproduktion stärker am Bedarf des europäischen Marktes auszurichten. Der gesamte Kosteneinsparungseffekt könne sich auf bis zu 100 Mio Euro jährlich belaufen. Auf diese Weise wolle man den Unternehmenserfolg nachhaltig stärken. Der Konkurrent Nordzucker hatte kürzlich die Streichung von rund 200 Stellen in der Verwaltung angekündigt. AgE

 

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