22.01.2019

Afrikanische Schweinepest wird Chinas Schweinefleischimporte ankurbeln

Die Folgen von Tierseuchen und Handelsfragen werden 2019 die Entwicklung am globalen Schweinemarkt wesentlich mitbestimmen. Davon geht die niederländische Rabobank in ihrer aktuellen vierteljährlichen Markteinschätzung aus. Besonders im Blickpunkt steht dabei China, der weltweit größte Produzent und Konsument von Schweinefleisch. Seit dem ersten Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) im August 2018 wurden dort landesweit bereits mehr als 900 000 Schweine im Zuge der Seuchenbekämpfung getötet; zudem werden immer wieder neue Fälle gemeldet, darunter auch in Großbetrieben.

Nach Angaben des Nationalen Statistikbüros vom gestrigen Montag ist die Schweinefleischerzeugung in der Volksrepublik 2018gegenüber dem Vorjahr um 0,9 % auf rund 54 Mio t gesunken. Analysten zeigten sich davon überrascht, denn sie hatten infolge der niedrigen Preise und der Liquidation von Schweineherden mit einem Anstieg gerechnet. Der Abteilungsleiter für Marktfragen im Pekinger Landwirtschaftsministerium, Tang Ke, berichtete vergangene Woche gegenüber der Presse, dass der Schweinebestand im Dezember um 4,8 % unter dem Vorjahresniveau gelegen habe und die Sauenherde sogar um 8,5 % abgestockt worden sei.

Nach Einschätzung von Tang wird das Schweinefleischangebot zum konsumstarken Frühlingsfest Anfang Februar noch ausreichend sein; Preissteigerungen seien nicht zu erwarten. Für das zweite Halbjahr 2019 rechnet er jedoch aufgrund der Bestandsentwicklung mit einem knappen Angebot und anziehenden Preisen am Schweinemarkt. Tang empfahl deshalb den Schweinehaltern, ihre Bestände rechtzeitig wieder aufzustocken.

Die Rabobank geht davon aus, dass aufgrund der ASP-Situation und den wirtschaftlichen Verlusten wegen der niedrigen Erzeugerpreise bereits viele kleinere und mittelgroße Betriebe aus der Produktion von Ferkeln ausgestiegen sind, vor allem im Norden und Nordosten Chinas. Für 2019 erwartet die Bank einen Rückgang der Schweineproduktion zwischen 10 % und 20 %, was ab dem zweiten Quartal zu höheren Einfuhren führen wird. Davon dürften vor allem Brasilien und die Europäische Union profitieren, möglicherweise auch die USA, wenn der Handelsstreit mit China gelöst werde. Der Geschäftsführer des globalen Zuchtunternehmens Genesus, Jim Long, hält einen Bestandsabbau von bis zu 10 Millionen Sauen innerhalb von zwei Jahren in China für möglich, was nach dem Ende der Liquidationsphase für steigende Importe und merklich höhere Preise sorgen könnte. AgE

 

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