Vor- und Nachteile verschiedener Hagelschutzsysteme

Der Sommer ist da und die Gefahr von gewittrigen Unwettern mit Starkregen und Hagel steigt. Gerade im Erwerbsobstbau sind solche Wetterereignisse eine ernst zu nehmende Bedrohung. Damit die Früchte dennoch unbeschadet über den Sommer bis zur Ernte kommen und nicht die Arbeit eines ganzen Jahres mit einem Schlag zu Nichte gemacht wird, sind Hagelschutzsysteme mittlerweile weit verbreitet.

Die Hersteller bieten diese in verschiedenen Ausführungen und mit unterschiedlichen Materialen an. Welches System in welcher Variante und mit welchem Material im Einzelfall gewählt werden sollte, hängt von einer Vielzahl von Faktoren wie Standortbedingungen (z. B. Klima, Häufigkeit und Stäke von Unwettern etc.), der jeweiligen Plantage (z. B. angebaute Kulturart und Sorte, Kronenhöhe etc.) und nicht zuletzt von den betriebswirtschaftlichen Zielen bzw. Möglichkeiten (Investitionskosten) des einzelnen Betriebes ab.

Grundsätzlich lassen sich einreihige von mehrreihigen Systemvarianten unterscheiden. Aktuell ist das Einreihensystem sicherlich die am häufigsten anzutreffende Variante. Hierbei wird über jeder Reihe ein separates Netz gespannt, wobei die einzelnen Netze im Bereich der Fahrgassen miteinander verbunden sind und somit gleichzeitig eine höhere Stabilität gewährleistet ist. Durch diese Anordnung wird außerdem ein partielles Entleeren nach starkem Hagelschlag ermöglicht, was wiederum zu einer statischen Entlastung der gesamten Konstruktion beiträgt.

Bei Mehrreihensystemen wird jeweils eine Netzbahn über drei oder mehrere Fahrgassen gespannt. Diese kostengünstigere Variante verspricht deutlich kürzere Öffnungs- und Schließzeiten und bietet zudem bessere Durchfahrteigenschaften. Die Stabilität ist hierbei allerdings nicht mit der von einreihigen Systemen vergleichbar. Auch eine Entleerung ist nur schwer möglich, was sich zusätzlich negativ auf die Statik solcher Konstruktionen auswirkt.

Bedeutendster Grundbaustein einer jeden Hagelschutzkonstruktion ist das Säulengerüst. Hierfür stehen derzeit die Materialien Holz, Beton und Stahl in unterschiedlichen Dimensionen auf dem Markt zur Verfügung. Während Holz mit ca. 20.000 – 25.000 €/ha bei einer Nutzungsdauer von ca. 15 – 20 Jahren hierbei die kostengünstigste Variante ist, versprechen Beton- und Stahlkonstruktionen bei  20.000 – 30.000 €/ha eine mit über 30 Jahren doppelt so lange Nutzungsdauer.

Bei den Netzen, welche die eigentliche Schutzfunktion in der Konstruktion übernehmen, stehen ebenfalls viele verschiedene Ausführungen zur Verfügung. Als Material wird hier meist PE verwendet. Die Maschenweiten sollten zwischen 2,9 x 8,7 mm liegen, wobei die Fadenstärke zwischen 0,29 – 0,32 mm betragen sollte. Die Netzfarbe sollte, speziell bei Äpfeln, in Abhängigkeit der angebauten Fruchtsorte gewählt werden, da die photosynthetisch aktive Strahlung durch die Lichtreduktion bei dunklen oder schwarzen Netzen stark gemindert wird. Für die Sorten Pinova, Elstar und die beiden Galatypen Jugala und Anaglo empfiehlt es sich möglichst lichtdurchlässige Netzfarben (z. B. Kristall) zu verwenden um Ertrag, Fruchtfarbe und Qualität der Früchte nicht negativ zu beeinflussen.

Für Rückfragen und/oder weitere Informationen stehen wir Ihnen gerne
unter 02225-99962 21 werktags von 08:00 - 19:00 Uhr zur Verfügung. 

 

© Raiffeisen Rhein-Ahr-Eifel Handelsgesellschaft mbH  zurück   nach oben
AGBDatenschutzImpressum