Philosophie

Die Idee von Friedrich Wilhelm Raiffeisen

Veranlasst durch die Not der Landbevölkerung im 19. Jahrhundert gründete Friedrich Wilhelm Raiffeisen (30. März 1818 - 11. März 1888) als Bürgermeister von Weyerbusch (Westerwald) im Hungerwinter 1846/47 den "Verein für Selbstbeschaffung von Brod und Früchten".

In einem selbst errichteten Backhaus wurde u. a. Brot gebacken, das auf Vorschuss an die Bedürftigen verteilt wurde. Der "Brod-Verein" und der "Heddesdorfer Wohltätigkeitsverein von 1864" waren die ersten vorgenossenschaftlichen Zusammenschlüsse und der Beginn der weltweit erfolgreichen genossenschaftlichen Bewegung.

Mit seiner Initiative verwirklichte Friedrich Wilhelm Raiffeisen erstmals in moderner Form die Idee der Selbsthilfe von Menschen in einer festen Gemeinschaft:
Der Genossenschaftsgedanke war geboren.

Selbsthilfe, Selbstverwaltung und Selbstverantwortung - diese Prinzipien kennzeichnen bis heute die Arbeit der Genossenschaften nicht nur in Deutschland, sondern in der ganzen Welt. Aus den Notgemeinschaften haben sich leistungsfähige Unternehmen im Bankensektor, im Gewerbe und in der Agrarwirtschaft entwickelt.

In über 100 Ländern mit mehr als 900 000 Genossenschaften und rd. 500 Mio. Mitgliedern wird heute die Idee Raiffeisens umgesetzt.
 

Der Mensch  

Friedrich Wilhelm Raiffeisen wurde am 30. März 1818 in Hamm/Sieg (Westerwald) geboren. Er war das siebte von neun Geschwistern. Vater Gottfried Friedrich Raiffeisen war Landwirt und zeitweise Bürgermeister in Hamm. Seine Familie lässt sich im schwäbisch-fränkischen Raum bis ins 16. Jahrhundert nachweisen. Die Familie der Mutter Amalie Christiane Susanna Maria, geb. Lantzendörffer, stammt aus dem Siegerland.

Der junge Raiffeisen wählte als Beruf die militärische Laufbahn; sie führte ihn nach Köln, Koblenz und Sayn. Ein Augenleiden zwang ihn 1843, den Militärdienst aufzugeben und in den zivilen Verwaltungsdienst zu wechseln. Nach kurzer Ausbildung wurde er 1845 kommissarischer Bürgermeister der 25 Gemeinden umfassenden Amtsbürgermeisterei Weyerbusch im Westerwald.

Im gleichen Jahr heiratete Raiffeisen die Apothekerstochter Emilie Storck aus Remagen am Rhein. Von sieben Kindern aus dieser Ehe starben drei sehr früh. Die älteste Tochter Amalie blieb unverheiratet und war lange Jahre Raiffeisens Sekretärin. Sein Sohn Rudolf war von 1889 bis 1892 Generalanwalt der Raiffeisen-Organisation.

Aufgrund seiner Leistungen wurde Raiffeisen 1848 Bürgermeister der größeren Gemeinde Flammersfeld und 1852 in Heddesdorf bei Neuwied.

Raiffeisens Frau starb 1863 nach langem Herzleiden im Alter von 36 Jahren. Bei einem Krankenbesuch während einer Typhusepidemie infizierte sich Raiffeisen. Als Folge verschlimmerte sich sein Augenleiden, so dass er Ende 1865 im Alter von 47 Jahren in den Ruhestand treten musste.

Die geringe Pension reichte nicht für den Lebensunterhalt der Familie aus. Raiffeisen versuchte, zunächst mit einer kleinen Zigarrenfabrik, dann mit einer Weinhandlung zusätzliche Einkünfte zu erzielen.

1867 heiratete er die Witwe Johanna Maria Panseroth. Die Ehe blieb kinderlos. Seine Frau überlebte ihn um zwölf Jahre. Am 11. März 1888, kurz vor Vollendung des 70. Lebensjahres, starb Friedrich Wilhelm Raiffeisen in Heddesdorf.

 Broschüre (806 KB)

 

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